Das Streben nach einem „Nebenjob“ ist ein weit verbreitetes modernes Phänomen, aber für Hollywoodstars wie Nicole Kidman nimmt es eine zutiefst persönliche und unkonventionelle Wendung. Die gefeierte Schauspielerin teilte kürzlich mit, dass sie sich zur Todesdoula ausbilden lässt, eine Rolle, die sich darauf konzentriert, Menschen, die sich dem Lebensende nähern, emotionale, spirituelle und körperliche Unterstützung zu bieten.
Eine persönliche Motivation für eine „seltsame“ Verfolgung
In seiner Rede bei der Silk Speaker Series der University of San Francisco räumte Kidman ein, dass das Konzept für manche ungewöhnlich erscheinen könnte. Ihre Entscheidung beruhte jedoch auf einer tiefgreifenden persönlichen Erfahrung nach dem Tod ihrer Mutter Janelle Ann Kidman im September 2024.
Kidman beschrieb die Schwierigkeit, familiäre Pflichten und berufliche Anforderungen unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig zu versuchen, einem sterbenden Elternteil angemessene Pflege zu bieten.
„Als meine Mutter starb, war sie einsam und die Familie konnte ihr nicht viel bieten“, bemerkte Kidman. „Ich wünschte, es gäbe diese Menschen auf der Welt, die unparteiisch da wären und einfach Trost und Fürsorge spenden.“
Mit dieser Schulung möchte Kidman eine vermeintliche Lücke im Pflegeprozess schließen und eine engagierte Präsenz für diejenigen bieten, die sich in ihren letzten Momenten möglicherweise isoliert fühlen.
Ein wachsender Trend in der Unterhaltungsbranche
Kidman ist in dieser Bewegung bei weitem nicht allein. Mehrere prominente Persönlichkeiten haben sich nach persönlichen Tragödien der Aufklärung über das Lebensende zugewandt, was darauf hindeutet, dass selbst die meisten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eine veränderte Herangehensweise an das Thema Sterblichkeit aufweisen.
- Riley Keough: Nach dem Tod ihres Bruders Benjamin Keough im Jahr 2020 schloss die Schauspielerin eine Ausbildung bei The Art of Death Midwifery ab. Sie hat sich für „bewusstes Sterben“ eingesetzt und die Notwendigkeit einer Aufklärung über den Tod mit der strengen Vorbereitung der Gesellschaft auf die Geburt verglichen.
- Chloé Zhao: Die Hamnet -Regisseurin absolviert ebenfalls eine Ausbildung in Großbritannien. Ihr Interesse wurde durch die Themen ihres Films geweckt, der die Trauer um den Tod von William Shakespeares Sohn thematisiert.
- Rainn Wilson: Der Star aus „The Office“ hat ebenfalls Interesse an der Praxis bekundet und reiht sich damit in die wachsende Liste von Personen ein, die den „Wellness“-Aspekt der Sterbehilfe befürworten.
Der Kontext: Warum Todesdoulas an Bedeutung gewinnen
Der Aufstieg der Todesdoulas spiegelt eine breitere kulturelle Spannung darüber wider, wie die moderne Gesellschaft mit der Sterblichkeit umgeht. Wie Regisseurin Chloé Zhao gegenüber The New York Times betonte, wird der Tod zunehmend medizinisiert.
In vielen modernen Kulturen wird der Tod oft als ein klinisches Ereignis behandelt, das von Krankenhäusern behandelt werden muss, und nicht als natürlicher Teil der menschlichen Erfahrung. Diese Verschiebung kann dazu führen:
1. Isolation: Patienten können sich im klinischen Umfeld einsam fühlen.
2. Stigma: Eine gesellschaftliche Tendenz, die Diskussion über den Tod zu vermeiden, wodurch ein Gefühl der „Scham“ rund um das Thema entsteht.
3. Mangelnde Vorbereitung: Während die Gesellschaft gut auf den „Eintritt“ (die Geburt) vorbereitet ist, gibt es für den „Austritt“ (den Tod) oft nur sehr wenig Anleitung.
Todesdoulas fungieren in diesem System als Brücke und bieten die nichtmedizinische, menschliche Verbindung, die in klinischen Umgebungen oft fehlt.
Schlussfolgerung: Das wachsende Interesse an Todesdoulas unter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstreicht den sich wandelnden kulturellen Wunsch, den Tod als eine natürliche, unterstützte und weniger isolierte menschliche Erfahrung zurückzugewinnen.
