Väter in die Behandlung von Gewalt einbeziehen: Ein Weg zu sichereren Familien

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Gewalt in der Partnerschaft (IPV) betrifft Millionen von Familien, und Kinder geraten oft ins Kreuzfeuer. Während IPV sowohl Männer als auch Frauen betrifft, ist der Schaden, den Männer Frauen zufügen, unverhältnismäßig schwerwiegend. Aktuelle Systeme – Gerichte, Kinderschutzdienste (CPS) und Verhaltensgesundheitsprogramme – haben Schwierigkeiten, Väter effektiv in die Bekämpfung dieser Gewalt einzubeziehen, wodurch Kinder gefährdet werden. Ein neuer Ansatz, Fathers for Change (F4C), verspricht, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Der Kreislauf der Gewalt und seine Auswirkungen auf Kinder

Ungefähr jedes fünfte Kind in den Vereinigten Staaten ist Zeuge von Gewalt gegen Gewalt, einer traumatischen Erfahrung, die mit Angstzuständen, Depressionen und Verhaltensproblemen einhergeht. Wenn die Gewalt eskaliert, besteht die unmittelbare Reaktion häufig darin, den Vater von der Familie zu trennen, was zwar manchmal aus Sicherheitsgründen notwendig ist, bei den Kindern jedoch Verwirrung und Angst hervorrufen kann. Das derzeitige System konzentriert sich häufig auf die Unterstützung des Überlebenden (häufig der Mutter) und gleichzeitig auf die Ausgrenzung oder Bestrafung des Täters (häufig des Vaters). Dadurch werden die Grundursachen der Gewalt nicht angegangen und es wird die Gelegenheit zur Wiedergutmachung innerhalb der Familie verpasst.

Die Realität ist, dass es in 30 bis 60 % der Fälle zu wiederholtem Missbrauch kommt, was die Unzulänglichkeit aktueller Interventionen verdeutlicht. Viele Väter wenden sich an traditionelle Interventionsprogramme gegen Gewalttäter, die nur geringe Abschlussquoten (30 % bis 60 %) und nur begrenzte langfristige Auswirkungen haben. Diesen Programmen fehlt oft die Flexibilität, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, und sie unterstützen Väter nicht direkt beim Wiederaufbau der Beziehungen zu ihren Kindern.

Wie Fathers for Change neue Maßstäbe setzt

F4C dreht das Drehbuch um, indem es sich auf die Rolle des Vaters als Eltern und nicht als Täter konzentriert. Dieser individualisierte Therapieansatz hilft Vätern, Fähigkeiten zur emotionalen Regulierung zu entwickeln und zu verstehen, wie sich ihre Handlungen auf ihre Kinder und Miteltern auswirken. Anstatt zu beschämen oder zu bestrafen, ermutigt F4C Väter, über ihr Verhalten nachzudenken und Verantwortung für die Schaffung einer gesünderen Familiendynamik zu übernehmen. Das Programm fördert die intrinsische Motivation für Veränderungen, indem es Vätern hilft, sich selbst als die liebevollen, präsenten Eltern vorzustellen, die sie sein möchten.

Der Hauptunterschied zwischen F4C und herkömmlichen Interventionsprogrammen für Gewalttäter besteht darin, dass es nicht nur den Umgang mit Wut lehrt; Es hilft Vätern, die zugrunde liegenden Ursachen ihres gewalttätigen Verhaltens zu verstehen, wie etwa vergangene Traumata oder emotionale Dysregulation, und stattet sie mit den Werkzeugen aus, mit denen sie diese Probleme angehen können.

Studienergebnisse: F4C halbiert wiederholte CPS-Berichte

Eine aktuelle Studie in einem nordöstlichen US-Bundesstaat verglich 297 Väter, die F4C abgeschlossen hatten, mit 297 Vätern, die dies aufgrund von Wartelisten nicht taten. Die Ergebnisse waren auffallend: Nur 14 % der Väter, die F4C abgeschlossen hatten, hatten im Jahr nach Programmende einen neuen CPS-Bericht wegen Misshandlung oder IPV. Im Gegensatz dazu hatten 27 % der Vergleichsgruppe einen neuen CPS-Bericht. Dies bedeutet, dass F4C die Rate der wiederholten CPS-Beteiligung mehr als halbiert hat, was seine Wirksamkeit bei der Reduzierung von gewalttätigem Verhalten zu Hause unter Beweis stellt.

Was das für Familien und Systeme bedeutet

Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Investition in Väter als Eltern und nicht nur als Straftäter zu messbaren Verbesserungen der Familiensicherheit führen kann. F4C verspricht keine Perfektion, bietet aber eine unterstützende Gelegenheit zur Veränderung, indem es Rechenschaftspflicht einfordert und gleichzeitig die komplexen Faktoren anerkennt, die gewalttätiges Verhalten antreiben.

Suchen Sie für Familien, die eine Behandlung suchen, nach Programmen oder Anbietern, bei denen das Verständnis der Ursachen von Gewalt, emotionale Regulierung und Reflexionsfähigkeit – die Fähigkeit, den eigenen Geisteszustand zu verstehen und sich in andere hineinzuversetzen – im Vordergrund stehen.

Forscher erweitern den Zugang zu F4C und verfolgen seine Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen, darunter gleichgeschlechtliche Paare und Veteranen. Das Ziel besteht darin, von Strafmaßnahmen wegzukommen und sich einem ganzheitlicheren Ansatz zuzuwenden, der Väter dabei unterstützt, die Eltern zu werden, die ihre Kinder verdienen. Letztendlich hängt ein sichereres Zuhause, gesündere Väter und eine bessere Zukunft für Kinder davon ab, dass der Schwerpunkt von der Bestrafung auf die Ermächtigung verlagert wird.