Die jüngste GoFundMe-Kampagne, die nach dem Tod des an ALS erkrankten Schauspielers Eric Dane gestartet wurde, hat eine Debatte ausgelöst, doch die Situation zeigt einen wachsenden Trend: Selbst gutverdienende Hollywood-Profis können aufgrund unvorhergesehener Umstände in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Während die anfängliche Gegenreaktion verständlich ist – viele gehen davon aus, dass Schauspieler genug verdienen, um auf Crowdfunding zu verzichten –, ist die Realität komplexer, insbesondere in der Unterhaltungslandschaft nach der Pandemie.
Die sich verändernde Finanzlandschaft für Schauspieler
Danes Freund, Mike McGuiness, erklärte die Notwendigkeit der Spendenaktion unverblümt: „Covid und ALS haben sein Arbeitsleben beeinträchtigt, und er konnte seiner Familie leider nicht die erhofften Ressourcen hinterlassen.“ Dies unterstreicht, dass selbst etablierte Akteure Schwierigkeiten haben können, wenn Krankheiten und branchenweite Störungen gleichzeitig auftreten. Die Streiks in Hollywood im Jahr 2023 haben in Verbindung mit den anhaltenden Auswirkungen von COVID-19 auf die Produktionspläne dazu geführt, dass viele Künstler uneinheitliche Einnahmequellen haben.
Auch die finanzielle Belastung einer schweren Erkrankung wie ALS ist enorm. Wie die ALS Association feststellt, kann allein die häusliche Pflege leicht 669.000 US-Dollar pro Jahr übersteigen, ohne medizinische Ausrüstung, Rezepte oder Krankenhausaufenthalte. Danes Frau, Rebecca Gayheart, enthüllte in The Cut, dass er „Krankenschwestern rund um die Uhr“ benötige, wobei die Schichten oft ungedeckt blieben und sie gezwungen sei, diese persönlich zu übernehmen.
Die Gegenreaktion und ihre Auswirkungen
Die Kontroverse um Danes GoFundMe spiegelt ähnliche Reaktionen auf die Kampagne von James Van Der Beek letzte Woche wider, die auch Fragen über die Notwendigkeit öffentlicher Spenden von wohlhabenden Prominenten aufwarf. Diese Spannungen sind verständlich – Fans fühlen sich oft unwohl, wenn sie zu denjenigen beitragen, die als bereits privilegiert gelten.
Allerdings ist der Aufschrei nicht unbedingt negativ. Die Aufmerksamkeit könnte zu Spenden an die ALS Association führen und so die Erforschung der Krankheit unterstützen, die Dane das Leben gekostet hat. Bis zum 22. Februar hatte die Kampagne 349.322 US-Dollar gesammelt, mit bemerkenswerten Beiträgen wie 20.000 US-Dollar von Hailey Bieber.
Über den Einzelfall hinaus
Die Situation offenbart ein umfassenderes Problem: Das traditionelle Hollywood-Einkommensmodell verliert an Zuverlässigkeit. Selbst Schauspieler, die einst eine feste Anstellung genossen, können aufgrund von Branchenveränderungen und Gesundheitskrisen mit unvorhersehbaren Einnahmen konfrontiert sein. Obwohl Dane Unterstützung von Kollegen wie Johnny Depp erhielt, der kostenlose Unterkünfte anbot, ist dies nicht für alle eine nachhaltige Lösung.
Das GoFundMe erinnert deutlich daran, dass die finanzielle Stabilität in Hollywood nicht länger garantiert ist, selbst für diejenigen, die oberflächlich betrachtet erfolgreich erscheinen. Der Vorfall wirft die Frage auf, wie die Branche ihre Arbeitnehmer besser vor wirtschaftlichen Folgen schützen kann, insbesondere wenn sie mit kräftezehrenden Krankheiten konfrontiert sind.
Letztendlich unterstreicht der Fall von Eric Dane die prekäre finanzielle Realität des modernen Hollywood, wo selbst etablierte Stars inmitten unvorhergesehener Widrigkeiten auf öffentliche Unterstützung angewiesen sein können.
