Die lange Geschichte des Künstlerprotestes bei den Grammys: Boykotte und Kritik

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Die Verleihung der Grammy Awards 2026 verläuft relativ ruhig, aber die Show hat eine gut dokumentierte Geschichte voller Kontroversen und Gegenreaktionen der Künstler. Im Laufe der Jahre haben zahlreiche prominente Musiker die Auszeichnungen boykottiert oder öffentlich kritisiert und dabei Themen angeführt, die von vermeintlicher Korruption im Abstimmungsprozess bis hin zu ständigen Brüskierungen verdienter Künstler reichten.

Wiederkehrende Probleme mit den Grammys

Die Kernbeschwerden gegen die Grammys lassen sich in mehrere Kernbereiche einteilen. Viele Künstler haben das Gefühl, dass die Kategorisierung von Musik Genres zu Unrecht gegeneinander ausspielt und dadurch künstlichen Wettbewerb schafft. Andere verweisen auf einen Mangel an Transparenz und Fairness im Abstimmungssystem, was auf Voreingenommenheit oder systemische Missachtung bestimmter Künstler hindeutet. Das sichtbarste Problem ist die häufige Ablehnung von von der Kritik gefeierten und kommerziell erfolgreichen Werken, insbesondere von schwarzen Künstlern.

Aufsehen erregende Boykotte und Erklärungen

Jay-Z war einer der lautstärksten Kritiker, der die Show mehrmals schwänzte, bevor er 2024 zurückkehrte, um den Dr. Dre Global Impact Award entgegenzunehmen. Seine Rückkehr erfolgte nicht ohne eine deutliche Botschaft: Er machte auf die historische Tendenz der Grammys aufmerksam, schwarze Künstler zu übersehen und hob insbesondere die wiederholten Verluste seiner Frau Beyoncé in der Kategorie „Album des Jahres“ hervor, obwohl sie den Rekord für die meisten Grammy-Gesamtsiege hielt.

„Die Wahrheit ist, wir sind mit dem Wunsch aufgewachsen, bei den Grammys dabei zu sein, und das war unser Ziel. Wir wollen nur, dass sie es richtig machen. Das ist es, was wir wollen.“ – Jay-Z, 2024

Im Jahr 2021 äußerte The Weeknd öffentlich seine Empörung darüber, dass er trotz des großen Erfolgs seines Albums After Hours völlig von Nominierungen ausgeschlossen wurde. Bei seiner Frustration ging es nicht nur um persönliche Anerkennung; Es warf umfassendere Fragen darüber auf, wie die Grammys musikalische Verdienste und Erfolg definieren.

Ein Muster der Enttäuschung

Diese Vorfälle sind keine Einzelfälle. Ariana Grande, Will Smith und viele andere haben sich aufgrund ähnlicher Beschwerden öffentlich von der Show distanziert. Das wiederkehrende Thema ist das Gefühl, dass die Grammys trotz ihres kulturellen Einflusses oft das Talent der Branche oder den Geschmack des Publikums nicht genau widerspiegeln. Die Kritik ist wichtig, weil sie grundlegende Fragen der Repräsentation, Fairness und der eigentlichen Definition künstlerischer Leistung in einer stark kommerzialisierten Preisverleihung aufdeckt.

Letztlich dienen diese Boykotte und Kritiken als ständige Erinnerung daran, dass die Grammys, wie jede andere Institution auch, nicht immun gegen die Kontrolle oder die Forderung nach größerer Rechenschaftspflicht sind.