Der Fall von Apple Daily: Wie ein demokratiefreundliches Papier unter dem nationalen Sicherheitsgesetz endete

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Für die meisten begann es nicht als Tragödie. Es begann im Jahr 1995. Jimmy Lai startete Apple Daily mit einem einzigen, ehrgeizigen Ziel: die lauteste Stimme in der Medienlandschaft Hongkongs zu sein. Er berichtete nicht nur über die Neuigkeiten. Er hat es geprägt. Er verwandelte die Boulevardzeitung in eine Waffe gegen die Autorität.

Jahrelang lebte es von Kontroversen. Es richtete sich mit unerbittlicher Kritik an die chinesische Regierung. Sie unterstützte die Menschen auf der Straße. Als die Umbrella-Bewegung 2014 ausbrach, war die Zeitung da. Als die massiven Proteste 2019 die Stadt erschütterten, war Apple Daily das Megaphon. Die Titelseiten waren voller Bilder von Unruhen und Schlagzeilen, die Pekings Narrativ in Frage stellten.

Dann kam der Juni 2020. Das Nationale Sicherheitsgesetz traf Hongkong wie ein Hammer. Plötzlich wurden die Grenzen gezogen. Die Unterstützung von Protesten war nicht nur eine redaktionelle Entscheidung. Es war ein Verbrechen.

Das Ende kam nicht mit einem Wimmern. Es kam mit einer Razzia. Anfang Juni 2021 stürmte die chinesische Polizei die Büros von Apple Daily. Sie beschlagnahmten Festplatten. Sie verhafteten Redakteure. Sie verhafteten Jimmy Lai. Die Botschaft war klar. Diese Veröffentlichung war nicht mehr nur ein Geschäft. Es war ein Staatsfeind.

Die Abschaltung erfolgte sofort. Die Website wurde dunkel. Die gedruckte Ausgabe verschwand. Für Millionen von Lesern war es das Verstummen einer der letzten unabhängigen Stimmen in Hongkong. Die Ära von Apple Daily war vorbei. Die Stille, die es hinterließ, war ohrenbetäubend.